Anthroposophy’s Contributions to Sustainable Development
Eine Open-Source-Publikation untersucht die anthroposophische Weltansicht, ihre ganzheitliche Perspektive auf die Beziehung zwischen Menschheit und Erde und, wie die Anthroposophie eine nachhaltige Entwicklung von Mensch und Umwelt versteht.
Zentral ist die Widerstandsfähigkeit und Wirkung von 27 wegweisenden Organisationen, die in ihrer Arbeit anthroposophische Prinzipien für eine nachhaltige Entwicklung anwenden, u.a. multinationale Unternehmen wie Weleda, Banken wie die Freie Gemeinschaftsbank und Hersteller wie Sonett, Voelkel und Stockmar, genauso wie internationale Organisationen wie SEKEM in Ägypten, Monte Azul in Brasilien oder Basisinitiativen wie Kufunda Learning Village in Simbabwe, die mit dem UNEP-Preis „Champion of the Earth 2024” ausgezeichnet wurden. Anthroposophische Institutionen prägen das Feld seit mehr als einem Jahrhundert und sind Vorreiter in ihren jeweiligen Bereichen.
Zudem befasst sich die Publikation mit Perspektiven aus der biodynamischen Landwirtschaft, mit 100 Jahren sozial-ökologisch orientierter Waldorfpädagogik und der Suche nach einer von der Anthroposophie inspirierten assoziativen Ökonomie.
On the Earth We Want to Live, Anthroposophy’s Contributions to Sustainable Development
J. Kronnenberg und E. T. Lammerts van Bueren (Hg.)
Open Access | Worls Sustainability Series, Springer 2025
Ein Beitrag der Integrativen Medizin zur Heilung unseres Planeten
Die Notwendigkeit einer nachhaltigen Nutzung begrenzter Ressourcen in Medizin und Pharmazie liegt auf der Hand.
Ernährung und der gesamte Lebenszyklus pharmazeutischer Produkte haben Auswirkungen aus die Gesundheit von Mensch und Planet, die in der Forschung Berücksichtigung finden müssen.
Selbstregulation, salutogene Heilungsprozesse, transdisziplinäre multimodale Ansätze oder methodischer Pluralismus sind spezifische Elemente der Integrativen Medizin, können sowohl auf die menschliche Gesundheit als auch auf die Umweltgesundheit angewendet werden. Gerade die Selbstregulation spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit von Mensch und Umwelt, für One Health. Eine nachhaltige Förderung der Selbstregulation ermöglicht es den Menschen, zu Mitgestaltern ihrer eigenen Gesundheit zu werden. Ein solch grundlegender Wandel erfordert aber eine Transformation der inneren Beziehung zur Natur und zu sich selbst.
Das Ziel der hier vorliegenden und im Juli 2024 veröffentlichten Mini-Review ist es, einzelne Handlungsfelder zu konkretisieren und die Frage zu untersuchen, ob die Konzepte der Integrativen Medizin vom Menschen auf die Umwelt und damit auf die Gesundheit des Planeten sinnvoll übertragen werden können.
The Earth as a Living Organism: Contribution of Integrative Medicine to the Healing of Our Planet (One Health)
H. Matthes, E. W. Baars, B. Brinkhaus, M. Christoph, F. Edelhäuser, C. Grah, C. Gründemann, C. Keßler, D. Martin, A. Michalsen, B. Rosslenbroich, J. Siroka, G. Soldner, M. Teuta, J, Vagedes und S. N. Willich
Complement Med Res 2024;31:477–483
Die Pharmazie kann und muss zukünftig einen umfassenden Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen leisten.
Planetarische Gesundheit erweitert den Gesundheitsbegriff vom Individuum zur Stabilität des gesamten Ökosystems als Lebensgrundlage der Menschheit. One-Health-Ansätze thematisieren die individuelle Gesundheit sowie der Lebenssphären der Erde als ein umfassendes System mit darin komplexen Abhängigkeiten.
Unter diesem Gesichtspunkt erwächst für die Pharmazie ein neuer Verantwortungskontext. Individuelle, soziale, ökonomische und
ökologische Gesichtspunkte sind dabei gleichermaßen zu berücksichtigen. Dies führt zu einer nachhaltigen Pharmazie. Ein Wandel in dieser Richtung scheint dringend notwendig und unausweichlich.
Der Maßnahmenkatalog ist vielfältig – Entscheidungen und Aktivitäten mit positiven Auswirkungen müssen eingeleitet und politisch unterstützt werden. Ein entscheidender Hebel wird der Wandel in der Arzneimitteltherapie sein. Wollen wir eine nachhaltige Gesundheit für die Menschen und die Lebenssphären des Planeten und für die daraus entstehenden Konsequenzen Verantwortung übernehmen? Das ist ein Perspektivenwechsel, der die Frage nach einer adäquaten Arzneimitteltherapie berührt. Wir benötigen Diversität mit dem Ziel hin zu weniger Umweltbelastung und das auch mit Wirkstoffen, die sich in den Naturkreislauf eingliedern.
Die Anstrengungen scheinen groß, die Zukunftsperspektive ist jedoch gesund und nachhaltig.
Wie kann die Pharmazie zur Nachhaltigkeit beitragen?
A. Greco, M. Mennet-von Eiff, M. Christoph, M. Keusgen, F. Edelhäuser und C. Peifer
PHARM. ZTG. | 167 JG. | 24. 11. 2022 | 47. AUSG